Chronik
Der Schützenverein Bissingen, einst Schützengesellschaft Adler, wurde 1898 gegründet
Leider sind aus den Gründungsjahren keinerlei Unterlagen vorhanden.
Lediglich aus späteren Protokollen, in denen langjährige Mitglieder geehrt wurden, können wir das Gründungsjahr nachvollziehen.
Die noch vorhandenen Aufzeichnungen/Protokolle beginnen mit der Generalversammlung am 21. Januar 1928 im Adler.
Damals herrschten "Rauhe Sitten"
Zitat
"Jedes Mitglied hat zu den vom Ausschuss festgesetzten Schießstunden zu erscheinen, mit Ausnahme der Ehrenmitglieder.
Dasjenige Mitglied das nicht erscheinen kann, hat sich zu entschuldigen, widrigenfalls eine Strafe von 20 Pf, zu bezahlen,
ausgenommen bei Krankheit oder sonstigen wichtigen Gründen.
Ferner dasjenige Mitglied, das zur Weihnachtsfeier nicht erscheint ohne wichtigen Grund zu haben, geht seines Weihnachtsgeschenks verlustig".
Der Gau Teck veranstaltete schon damals jährlich ein Preisschießen, das von den Vereinen im Wechsel durchgeführt wurde.
In Bissingen wurde im Gasthaus Adler geschossen.
Die
Weihnachtsfeiern wurden alljährlich im Adler am Silvesterabend abgehalten.
Das Gemeinschaftsessen wurde vom Verein gestiftet.
Den Glühwein spendierte das Vereinsmitglied Karl Reinöhl.
Zur Unterhaltung wurden Theaterstücke aufgeführt, gemeinsam Lieder gesungen und um einen Feldhasen gewürfelt.
Mitgliederstand am 31.12.1932:
29 Mitglieder, davon 8 Ehrenmitglieder.
Bin neues Mitglied konnte nur aufgenommen werden, wenn ein Mitglied ausschied.
Der Eintrittspreis betrug l DM.
Schon 1937 musste jedes Mitglied beim Schützenbund versichert werden:
Aktive1,50 DM
Passive 0,50 DM
Das erste Schützenfest im Kronengarten, verbunden mit dem Gartenfest der Musikkapelle
Bissingen,
wurde im August 1937
gefeiert.
Der Krieg hinterließ auch
bei der Schützengesellschaft Adler ihre Spuren.
Im
Jahr 1939
wurde keine
Weihnachtsfeier abgehalten Das Geld wurde im Form von Päckchen den
Kameraden draußen im Feld zugedacht.
1940 enden die
Eintragungen.
Nach dem Krieg mussten
alle Waffen abgeliefert werden.
Die Schützengesellschaft
Adler wurde nach mehr als 50 Jahren von der Besatzungsmacht
aufgelöst.
Am5. Januar 1951 versammelten sich die ehemaligen Schützenkameraden auf Veranlassung des früheren
Vorstandes Wilhelm Nägele betreffs "Neugründung" des Vereins.
Wilhelm Nägele eröffnete die Sitzung.
Nachdem der Gefallenen und Verstorbenen in ehrender Weise gedacht worden war, nahm die Versammlung ihren Lauf.
Bald zeigte sich, dass der alte Schützengeist noch nicht erloschen war.
Einstimmig wurden der langjährige Vorstand Wilhelm Nägele sowie der ehemalige Kassier Hans Rehkugler wiedergewählt.
Das Amt den Schriftführers wurde Karl Waimer übertragen.
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden beschlossen, das Übungsschießen alsbald wieder im Gasthaus Adler aufzunehmen.
Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 1 DM pro Vierteljahr festgesetzt Die Aufnahmegebühr betrug 2 DM.
Die folgenden Schießabende wurden im Adler abgehalten, bis ein Umbau dies unmöglich machte.
Nach einem halben Jahr Umbauzeit konnte das Übungsschießen wieder aufgenommen werden.
Das Musik- und Schützenfest wurde ab 1951 wieder jährlich im Kronengarten abgehalten.
Am 8.12.1951 fand bei einem Kameradschaftsabend im Adler zwischen den Schützenvereinen
Brucken und Bissingen ein Vergleichskampf um einen Wanderpokal statt.
Auch die jährliche Weihnachtsfeier wurde wieder mir Freude abgehalten.
Bei einer Versammlung am 20.4.1952 in Dettingen wurde beschlossen, den früheren Teckgau der
Zimmerschützenvereine wieder aufleben zu lassen und jährlich im Monat Mai ein Preisschießen zwischen
Jesingen, Brucken, Dettingen und Bissingen abzuhalten.
Am 18.9.1954 fand anlässlich eines Übungsschießen eine Aussprache wegen des Umbaus bzw. der Benutzung
des vorhandenen Schießhauses mit Schießbahn statt. Das Gebäude wurde 1937 gebaut.
Der Militärverein richtete eine Schießanlage ein und benutzte diese bis Kriegsausbruch.
Da die Gemeindeverwaltung mit unserem Vorhaben einverstanden war und einen Pachtvertrag in Aussicht
stellte, wurde der Beschluss gefasst, Anfang Oktober mit der Renovierung zu beginnen.
Am 5.2.1955 versammelten sich die Ausschussmitglieder erstmals im renovierten Schützenhaus.
Insbesondere wurde auch über den weiteren Ausbau des Schützenhauses, besonders der Schießbahnen, diskutiert.
Im Januar 1958 konnten die KK-Bahnen in Betrieb genommen werden.
Das Übungsschießen mit Luftgewehr musste weiterhin im Saal vom Gasthaus Lamm und später im Gasthaus Krone stattfinden.
Die Umbauten im Schießhaus nahmen kein Ende.
Von 1962 an wurde immer wieder renoviert, erneuert und auch angebaut.
Rechtzeitig zum 75jährigen Jubiläum im Jahre 1973 konnte der Verein ein renoviertes Vereinsheim sowie moderne
und erweiterte Schießanlagen präsentieren. Von nun an spielten sich alle Aktivitäten im Schützenhaus ab.
Der Schützenverein hat sich in den letzten Jahren zu einem stattlichen Verein von über 100 Mitgliedern gemausert.
Bei so viel Andrang an den Schießbahnen musste man schon bald wieder an Anbauen denken.
1987 wurde deshalb erstmals in einer Ausschusssitzung über eine Vergrößerung und Überdachung der Schießanlage beraten.
Nach der vom Landratsamt vorgeschlagenen Besichtigung vom Schützenhaus Deizisau haben wir noch 1987 eine entsprechende Bauvoranfrage eingereicht.
Überraschend erhielten wir jedoch Anfang 1988 einen ablehnenden Bescheid.
Am 8.4.1988 fand eine Besichtigung unserer Schießanlage durch das Landratsamt und Bürgermeister Kümmerle betreffs
Überdachung der Luftgewehrbahnen statt.
Die Genehmigungsbehörde ließ sich jedoch von der neu hinzukommenden Vorschrift, das Dach nicht nur begrünen zu müssen,
sondern auch zu bepflanzen, nicht abbringen.
Dies erforderte natürlich eine Neuplanung für die andere Bauweise mit fast doppelt so hoher Bausumme.
Eine ganz andere Finanzierung war dadurch erforderlich, weshalb wir das Bauvorhaben zurückstellen mussten.
Aber auch auf die Baugenehmigung mussten wir trotz oftmaligem Nachfassen bis 2.8.1991 warten.
Durch rege Teilnahme vieler Vereinsmitglieder an den Arbeitseinsätzen konnte der Rohbau der Schießhalle im Februar 1992 fast fertiggestellt werden.
Die symbolische Schlüsselübergaben wurde mit einem zünftigen Fest bei Metzelsuppe und Bier gefeiert.
Die erste LG-Mannschaft schaffte es durch den neu geschaffenen Modus der Ligen, von der Kreisklasse A in die Bezirksklasse aufzusteigen.
Hier konnte sie sich durch eine geschlossene Mannschaftsleistung auf dem ersten Tabellenplatz etablieren und somit den Durchmarsch in die
Bezirksoberliga besiegeln.
Die zweite LG-Mannschaft kämpft in der Kreisklasse A.
Die neu gegründete vierte LG-Mannschaft hat ihr Ziel mit dem Aufstieg in die Kreisliga A erreicht.
Das gute Abschneiden unserer aktiven Schützen bei den Wettkämpfen hat auch unsere Jugend motiviert.
Zehn Jahre nach dem Bau unserer Luftgewehrhalle, plante wir für 2002 die Erweiterung unserer KK-Bahnen und der Räumlichkeiten.
2003 stand die Modernisierung der sanitären Anlagen, sowie ein Neubau der 50m KK-Schiessanlage auf dem Plan.
ImSeptember 2004 war es dann geschaft.
Jetzt kann auf fünf neuen elektronischen Anlagen mit PC-Monitor direkt gesehen werden wer trifft, oder auch nicht trifft.
Nach Abschluss des Umbaus sind wir mit 8 modernen Luftgewehr- und 5 KK-Bahnen für die nächsten Jahre gut gerüstet und können fast alle Wettkämpfe ausrichten.
In der aktuellen Saison 2010/11 sind wir mit vier Luftgewehr-, drei KK-Liegend- und zwei KK-Standardmannschaften an den Rundenwettkämpfen beteiligt.